Geschichte

Die Menschrechte sind keinesfalls eine neue Idee, die erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges aufgekommen ist. Die Ursprünge der Menschrechte reichen bis in die Antike zurück: Als Antike bezeichnen wir vor allem die Jahrhunderte von 800 v. Chr. bis ca. 475 n. Chr, das heißt also bis zum Untergang des römischen Reiches. Vor allem das römische Reich und die Blütezeit des antiken Griechenlands gelten in vielen modernen Grundsatzfragen als Vorreiter heutiger Gesetze und Gesetzesentwürfe. Schon die bekannte griechische Philosophie bekannte: Der Mensch ist das Maß aller Dinge. Diese Äußerung legt den alles entscheidenden Gedanken der heutigen Menschrechte zu Grunde. Schon Sokrates befürwortete laut der von Platon überlieferten fragmentarisch erhaltenen Schriften ein Rechtssystem, das sich an den Bedürfnissen, das heißt, an der Natur des Menschen selbst orientiert.

Die Philosophenschule der Stoa, die in Griechenland einer der bedeutendsten Philosophenschulen gewesen ist und in späteren Zeiten auch für Rom große Bedeutung bekommen sollte, vertrat die Einstellung, dass alle Menschen durch ihr Menschsein gleich seien. Jedoch muss man wissen: In der Urforme der griechischen Demokratie handelte es sich ausschließlich um Stadtstaaten, in denen diese Vorläufer der Menschrechte nur der gehobenen Bevölkerungsschicht zukamen. Eigentlich schon damals ein Widerspruch in sich selbst. Im ersten Jahrhundert nach Christus wurden die Menschenrechte durch das aufstrebende Christentum weiterverbreitet und in ihren Grundgedanken weiterentwickelt. Die Christen vertraten die Ansicht, dass der Mensch ein Ebenbild Gottes sei und als Konsequenz hieraus alle Menschen gleichwertig sein müssten. Auch die Grundidee der Freiheitsrechte wurde durch das Christentum weiter verbreitet.

Das neuzeitliche Verständnis der Menschrechte entwickelte sich in der Renaissance. Der im 15. Jahrhundert lebende Dominikaner Bartholomäus de las Casas erklärte, dass es nicht von Gott gewollt sei, dass Menschen über andere Menschen herrschen. Gleichzeitig wurde die Bedeutung der menschlichen Vernunft immer größer. Die Zeit der Aufklärung schließlich brachte den Durchbruch für die Verankerung der Menschrechte in vielen staatlichen Verfassungen. Im Jahre 1679 wurde im englischen Parlament das Recht für „Persönliche Freiheit“ schriftlich festgehalten. In Deutschland war es Immanuel Kant, der die Entwicklung der Menschenrechte zu dieser Zeit vorantrieb.